Hintergrund

Challenge Tag 12

Warum Automatisierung kein Selbstzweck ist

Der Begriff Auto­ma­ti­sie­rung wird häu­fig mit Geschwin­dig­keit und Kos­ten­sen­kung ver­bun­den. Vie­le Unter­neh­men hof­fen dar­auf, Arbeits­ab­läu­fe voll­stän­dig zu auto­ma­ti­sie­ren und dadurch Auf­wand zu redu­zie­ren.

Die prak­ti­sche Erfah­rung zeigt jedoch ein dif­fe­ren­zier­te­res Bild.

Eine schlech­te Orga­ni­sa­ti­on wird durch Auto­ma­ti­sie­rung nicht auto­ma­tisch bes­ser. Unkla­re Pro­zes­se blei­ben auch nach ihrer Digi­ta­li­sie­rung unklar. Feh­ler­haf­te Abläu­fe wer­den durch tech­ni­sche Sys­te­me häu­fig sogar schnel­ler und häu­fi­ger wie­der­holt.

Des­halb beginnt erfolg­rei­che Auto­ma­ti­sie­rung immer mit einer ein­fa­chen Fra­ge:

Wel­che Auf­ga­be soll über­haupt gelöst wer­den?

Erst danach lohnt sich die Ent­schei­dung über geeig­ne­te Werk­zeu­ge und tech­ni­sche Lösun­gen.

Beson­ders gut eig­nen sich für eine Auto­ma­ti­sie­rung:

  • wie­der­keh­ren­de Tätig­kei­ten
  • klar defi­nier­te Abläu­fe
  • stan­dar­di­sier­te Ent­schei­dun­gen
  • regel­ba­sier­te Pro­zes­se
  • zeit­auf­wen­di­ge Ver­wal­tungs­auf­ga­ben

Ande­re Auf­ga­ben blei­ben wei­ter­hin in mensch­li­cher Ver­ant­wor­tung.

Dazu gehö­ren bei­spiels­wei­se:

  • per­sön­li­che Bera­tung
  • krea­ti­ve Ent­wick­lun­gen
  • stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen
  • Kon­flikt­lö­sun­gen
  • Ver­trau­ens­auf­bau

Die Ent­wick­lung künst­li­cher Intel­li­genz ver­schiebt die­se Gren­zen zwar schritt­wei­se, sie hebt sie jedoch nicht auf.

Men­schen blei­ben ver­ant­wort­lich für Zie­le, Wer­te und Ent­schei­dun­gen. Tech­ni­sche Sys­te­me unter­stüt­zen bei der Umset­zung und bei der Ver­ar­bei­tung gro­ßer Infor­ma­ti­ons­men­gen.

Das Solidara.net ver­folgt des­halb kei­nen Ansatz der voll­stän­di­gen Auto­ma­ti­sie­rung.

Ziel ist viel­mehr eine intel­li­gen­te Arbeits­tei­lung zwi­schen Men­schen und digi­ta­len Werk­zeu­gen. Mit­glie­der sol­len dort Unter­stüt­zung erhal­ten, wo Pro­zes­se Zeit bin­den und Res­sour­cen ver­brau­chen, ohne dabei ihre Eigen­stän­dig­keit oder ihre Ent­schei­dungs­frei­heit zu ver­lie­ren.

Die gemein­schaft­li­che Infra­struk­tur der Soli­dara Digi­tal Ser­vices EOOD schafft dafür die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen.

Dadurch kön­nen moder­ne Werk­zeu­ge zen­tral ent­wi­ckelt und bereit­ge­stellt wer­den, wäh­rend die Mit­glie­der selbst ent­schei­den, wel­che Mög­lich­kei­ten sie nut­zen möch­ten und wel­che Arbeits­wei­sen zu ihren Anfor­de­run­gen pas­sen.

Tech­no­lo­gie ent­fal­tet ihren größ­ten Nut­zen dort, wo sie Men­schen Frei­räu­me ver­schafft.

Zeit, Auf­merk­sam­keit und Erfah­rung kön­nen dann wie­der stär­ker in die Auf­ga­ben flie­ßen, die den eigent­li­chen Wert einer Arbeit aus­ma­chen.

In der nächs­ten Lek­ti­on beschäf­ti­gen wir uns mit einem der wich­tigs­ten Bau­stei­ne jeder Gemein­schaft und mit der Fra­ge, war­um Ver­trau­en auch im digi­ta­len Zeit­al­ter eine ent­schei­den­de Rol­le spielt.