Hintergrund

1.6 Was Menschen übernehmen

Welche Aufgaben Menschen übernehmen sollten und wo Systeme unterstützen können

Die Dis­kus­si­on über künst­li­che Intel­li­genz wird häu­fig von einer Fra­ge bestimmt: Wer­den Maschi­nen die Arbeit von Men­schen erset­zen?

Die prak­ti­sche Erfah­rung aus Digi­ta­li­sie­rungs­pro­jek­ten zeigt ein ande­res Bild.

Tech­ni­sche Sys­te­me ent­fal­ten ihren größ­ten Nut­zen dort, wo Auf­ga­ben regel­mä­ßig wie­der­keh­ren, nach fes­ten Regeln ablau­fen oder gro­ße Men­gen an Infor­ma­tio­nen ver­ar­bei­tet wer­den müs­sen.

Men­schen besit­zen dage­gen Fähig­kei­ten, die auch in Zukunft unver­zicht­bar blei­ben wer­den.

Dazu gehö­ren unter ande­rem:

  • per­sön­li­che Ver­ant­wor­tung
  • Erfah­rung und Urteils­ver­mö­gen
  • krea­ti­ve Lösungs­an­sät­ze
  • zwi­schen­mensch­li­che Kom­mu­ni­ka­ti­on
  • Ver­trau­en und Ver­läss­lich­keit
  • stra­te­gi­sche Ent­schei­dun­gen

Digi­ta­le Sys­te­me eig­nen sich dage­gen beson­ders gut für Auf­ga­ben wie:

  • die Ver­ar­bei­tung gro­ßer Daten­men­gen
  • die Vor­be­rei­tung von Infor­ma­tio­nen
  • die Unter­stüt­zung bei Recher­chen
  • die Erstel­lung von Ent­wür­fen
  • die Auto­ma­ti­sie­rung wie­der­keh­ren­der Abläu­fe
  • die Orga­ni­sa­ti­on von Wis­sen

Die eigent­li­che Her­aus­for­de­rung besteht des­halb nicht dar­in, Men­schen oder Maschi­nen gegen­ein­an­der zu stel­len.

Ent­schei­dend ist viel­mehr die Fra­ge, wie bei­de Sei­ten ihre jewei­li­gen Stär­ken sinn­voll ein­set­zen kön­nen.

Ein erfah­re­ner Bera­ter wird auch künf­tig die Ver­ant­wor­tung für sei­ne Emp­feh­lun­gen über­neh­men.

Eine intel­li­gen­te Soft­ware kann ihm jedoch hel­fen,

  • Infor­ma­tio­nen schnel­ler zu fin­den,
  • Zusam­men­hän­ge sicht­bar zu machen,
  • Doku­men­te vor­zu­be­rei­ten,
  • Abläu­fe zu beschleu­ni­gen.

Ähn­li­che Mög­lich­kei­ten ent­ste­hen in nahe­zu allen Berei­chen des wirt­schaft­li­chen Lebens.

Dadurch gewin­nen Men­schen Zeit für Auf­ga­ben, die Erfah­rung, Auf­merk­sam­keit und per­sön­li­che Bezie­hun­gen erfor­dern.

Das Solidara.net ver­folgt des­halb einen ein­fa­chen Grund­ge­dan­ken:

Tech­no­lo­gie soll Men­schen ent­las­ten und ihnen neue Hand­lungs­spiel­räu­me eröff­nen.

Die gemein­schaft­li­che Infra­struk­tur der Soli­dara Digi­tal Ser­vices EOOD schafft die tech­ni­schen Vor­aus­set­zun­gen dafür. Mit­glie­der erhal­ten Zugang zu Werk­zeu­gen und Diens­ten, die gemein­sam genutzt wer­den kön­nen und die kon­ti­nu­ier­lich wei­ter­ent­wi­ckelt wer­den.

Vie­le Teil­neh­mer müs­sen dadurch kei­ne eige­nen Sys­te­me auf­bau­en oder pfle­gen. Die gemein­sa­me Nut­zung eröff­net Mög­lich­kei­ten, die ein­zeln oft nur mit erheb­li­chem Auf­wand erreich­bar wären.

Die kom­men­den Jah­re wer­den zei­gen, dass erfolg­rei­che Orga­ni­sa­tio­nen nicht die­je­ni­gen sein wer­den, die mög­lichst vie­le Tech­no­lo­gien ein­set­zen.

Erfolg­reich wer­den die­je­ni­gen sein, die den rich­ti­gen Platz für den Men­schen und den rich­ti­gen Platz für die Tech­nik fin­den.

Mor­gen beschäf­ti­gen wir uns mit der Fra­ge, war­um gemein­schaft­lich genutz­te digi­ta­le Infra­struk­tur für vie­le Unter­neh­men künf­tig eine ähn­li­che Bedeu­tung haben könn­te wie Stra­ßen, Strom­net­ze oder Tele­kom­mu­ni­ka­ti­on.